Wilma Vritra

Burd

Bad Taste • 2019

Wenn Leute über das Internet zusammenfinden, um Musik zu machen, bleibt oft eine leichte Skepsis. Bekommen die das hin mit der Spontaneität? Fehlt da nicht etwas? Andererseits kann es einfach sehr praktisch sein, wenn man sich die Arbeit teilt, der eine die Beats liefert, über die der andere dann rappt. Bei [Pyramid Vritra](http://staging.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3258/pyramid-vritra,) Mitgründer von Odd Future und dem Londoner Produzenten Wilma Archer ist von transatlantischen Fremdeleien nichts zu spüren. Ihr Album »Burd« als Wilma Vritra klingt wie aus einem Guss, wenngleich sehr anders, als man das von Hip-Hop, selbst der offeneren Art, erwarten würde. Oberflächlich gesehen ist »Burd« einfach eine sehr mellow gehaltene Downtempo-Platte. Doch was Wilma Archer an Zugaben beisteuert, rührt von R&B-Rhodes Piano über Dream Pop-Collagen bis zu Prog Rock-Gitarren so unterschiedliche Einflüsse mit so viel selbstverständlichem Understatement ineinander, dass man erst nach und nach merkt, wie eigenartig gut das alles klingt. Und dass kritische Kommentare zur Gegenwart nicht zwangsläufig wütend vorgebracht werden müssen, weiß man nicht erst seit Bob Dylan Pyramid Vritra rappt seine Beobachtungen zurückgelehnt, von Wilma Archer durch Klänge ergänzt, die nie vorhersehbar sind, dafür mehr als überzeugend ihre eigene Geschichte erzählen. Wilma Vritra sprechen sehr bewusst von dem, was sie umgibt, und geben sich dabei den Anschein von verträumten Eskapisten. Scheinbarer Widerspruch, genial gelöst.

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Wilma Vritra
Burd
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