Review

Special Request

Soul Music

Houndstooth • 2013

Seit einem Jahr mischt der britische Techno-Produzent Paul Woolford mit seinem Projekt Special Request die Welt der Bassmusik auf. Nach der hochgelobten »Hardcore EP« für Houndstooth Records das frisch gegründete Label des angesagten Londoner Nachtclubs Fabric, folgt dort nun ‎mit »Soul Music« ein ganzes Album. Woolford recycelt typische Drum’n’Bass- und Jungle-Elemente, sampelt Piratensender und jammt mit knisternden Flächen und dröhnenden Bässen. Übereuphorisch klimpert in »Undead« ein übersteuertes Klavier, die rüttelnde Bassline von »Body Armour« geht durch Mark und Bein, über die chaotischen Beats von »Soundboy Killer« plappert ein MC in Partylaune. Eine ausgeflippte Zeitreise zurück in die Neunziger, irgendwo zwischen aggressivem Drum’n’Bass, experimentellem UK Bass und oldschooligem Techno. Obwohl sich die übersteuerte Sound-Palette und die luftige, break-lastige Struktur über die 23 Tracks wenig verändern, macht Paul Woolfords mit üblen Beats gefülltes Konzeptabum sehr viel Spaß. Der versierte DJ katapultiert die wenig innovative Tanzmusik-Landschaft mit Relikten einer längst vergangenen Ravekultur zurück in die Zukunft. Neben dem Ohrwurm »Ride«, ein Remix von Lana Del Rey, dürfte v.a. die VIP-Version von »Hackney Parrot« die Synapsen durchglühen lassen. Der Banger des R&S-Wunderkinds Tessela bekommt von Special Request noch mehr Oldschool-Vibe verpasst und bringt zwei Protagonisten zusammen, die den Retro-D’n’B-Sound salonfähig gemacht haben. Namhafte Experimental-Produzenten wie Lee Gamble, Jamal Moss, Anthony Shakir und Kassem Mosse dürfen sich an Woolfords verwaschenem Material austoben.

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Special Request
Soul Music
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