Review

RJD2

The Third Hand

XL Recordings • 2007

Unverhofft kommt eben oft: Beim Hören des neuen RJD2-Tonträgers könnte man zunächst an eine Verwechslung glauben. Für sein drittes Album hat der Kultproduzent (in diesem Fall passt das Wort tatsächlich) El-Ps Plattenfirma Definitive Jux überraschend den Rücken gekehrt und ist bei XL Recordings nun Labelmate so illustrer Gestalten wie M.I.A. oder Prodigy. Neues Label, neuer Sound, hat sich RJD2 offenbar gedacht und sich nicht nur von Def Jux, sondern auch dem HipHop zumindest weitgehend verabschiedet: The Third Hand hat er laut Informationen aus dem Netz komplett im Keller aufgenommen, alle Instrumente selbst eingespielt und auch die Vocals übernommen. Wer indes mit Breakbeats und Rap-Parts gerechnet hat, könnte falscher nicht liegen. Was aus den Boxen kommt, erinnert eher an Künstler wie die Beatles, progressive Rockmusik, stets mit einem gewissen Hang zum Morbiden, Düsteren, Melancholischen, das bei RJD2 immer nur einen Schritt hinter einer schönen Melodie lauert. Nicht das, was man eigentlich erwarten durfte, aber Hey: Haben die Def-Jux-Fans nicht immer darauf gepocht, dass man unbedingt open-minded bleiben müsse? Na, das können sie nun in der Praxis ausprobieren, an ihrem nun vielleicht nur noch ehemals liebsten Produzenten.

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RJD2
The third hand
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