Odesza

A Moment Apart

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Kurz gesagt treten auf »A Moment Apart« dieselben Mängel auf, wie sie schon Kollege Björn Bischoff auf dem Vorgänger »In Return« feststellte: nach wie vor ist das ein recht beliebiger Genre-Mix aus modernen Beats, verfremdeten Gesangseinlagen und poppigen Synth-Melodien, der auf das große Publikum schielt, dabei aber leider Ecken, Kanten und einfach eine eigene Handschrift vermissen lässt. Selbst die vielen Gast-Vocals von RY X (»Corners Of The Earth«) bis Regina Spector (»Just A Memory«) können ihren jeweiligen Tracks nicht unbedingt ein Mehr an Originalität einhauchen. Und auch wenn auf Letzterem auf den berüchtigten »Drop« verzichtet wird, klingt das in Zeiten von Youtube-Tutorials, wie man eigene Tracks nach Flume klingen lässt, doch etwas einfallslos und irgendwie von gestern. Warum Odesza noch immer auf dem Sublabel des so kredibilen Ninja Tune erscheint, ist da die Frage. Doch sieht man sich den Promozettel an, in dem extra erwähnt wird, wie groß die Tour-Venues inzwischen sind (bis 20.000 Leute), meint man in dem vermeintlichen Manko eine Strategie zu erkennen: Statt in die coolen Clubs wollten Odesza vielleicht schon immer auf die großen Festivalbühnen und anstatt Musik-Checker (aka Kritiker/alte Säcke) zu überzeugen, ist der slicke Mainstream-Sound eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, das DJs und Electro-Acts im Allgemeinen nunmal häufiger auf (Festival-)Bühnen als in Clubs erlebt. Falls dem so sein sollte, hat das Produzenten-Duo Harrison Mills und Clayton Knight alles richtig gemacht.

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