Nala Sinephro

Space 1.8

Warp • 2021

Ketzerische These: Das gelungenste Beispiel für Jazz, der sich im offenen Dialog mit elektronischen Ansätzen und anderem behauptet, kommt dieses Jahr von [Nala Sinephro](https://staging.hhv-mag.com/de/glossareintrag/6823/nala-sinephro.) Ohne Orchester, dafür mit einem Orchesterinstrument. Die studierte Komponistin, in Belgien geboren und in London lebend, spielt auf ihrem Debütalbum nämlich Harfe. Synthesizer müssen ebenfalls dabei sein, am Saxofon ist der Londoner Star Nubya Garcia zu hören. Als Grundausstattung vorhanden sind zudem Bass und Schlagzeug, desgleichen Klavier, alles eher unaufdringlich im Auftreten. Klingt manchmal traditioneller, dann wieder lösen sich die Strukturen in Richtung Drone auf. Im abschließenden Stück über 17 Minuten lang. Daraus entsteht eine Dynamik von zunehmenden und abnehmenden Graden der Verdichtung, die der Platte ihren Zusammenhalt gibt. Sinephro schreitet auf »Space 1.8«, um im Bild des Albumtitels zu bleiben, durch verschiedene Räume, die wie in einem Haus miteinander verbunden sind, aber alle ihre eigenen Dimensionen und Gestaltungsmerkmale haben. Keiner dieser Räume ist sonderlich vollgestellt, empfängt einen freundlich, man hält sich sehr gern in jedem von ihnen auf. Und ohne dass sich das Gedächtnis hinterher groß an Melodien oder so klammern könnte, bleibt das Gefühl, bald dorthin zurückkehren zu wollen.

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Nala Sinephro
Space 1.8
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