Hecker

A Script For Machine Synthesis

Editions Mego • 2017

Ein Drama des Hörens? Mit »A Script For Machine Synthesis« setzt der Elektrosoph Florian Hecker seine Zusammenarbeit mit dem iranischen Philosophen Reza Negarestani fort. Dieses einstündige Stück besteht durchgehend aus einer monotonen Computerstimme – oder ist es eine synthetisch verfremdete menschliche Stimme? –, die von einem rosa Eiswürfel zu erzählen beginnt, um bald darauf in eine computerlinguistische Reflexion überzuleiten und sich schließlich theoretisch zu verselbständigen: »This is an experiment in putting synthetic emptiness back into synthetic thought«, kündigt der entkörperlichte Sprecher – oder ist es eine Sprecherin? – an. Autoreferenzialität bildet einen nicht unwesentlichen Bestandteil dieser Exkursion in die Randbezirke angewandter Sprachtheorie. Hecker wäre jedoch nicht Hecker, wenn er nicht die digitalen Rauschanteile der Stimme regelmäßig variieren lassen würde. Und ihr allmählich Gesellschaft verschaffte. So wie die Stimme immer wieder zum rosa Eiswürfel zurückkehrt, wird sie zunehmend mit abstrakten elektronischen Klängen konfrontiert. Ob diese aus der Stimme selbst abgeleitet sind, lässt sich, mit dem bloßen Ohr zumindest, unmöglich feststellen. Auszuschließen ist es nicht. Die synthetische Leere, mit der uns Hecker konfrontiert, ist im Übrigen höchst eloquent und zeigt keinerlei Anstalten zu verstummen. Eine unheimliche Begegnung mit dem »anderen« des simulierten Subjekts, das dieser Tage längst allgegenwärtig geworden ist, in Gestalt von Bots und was sonst alles an humanoider Virtualität in die Wirklichkeit einströmt. Langweilig ist das bei Hecker nie. Verstörend schon.