Garland

#2

Lullabies For Insomniacs • 2019

Das Projekt Garland besteht anscheinend aus dem Kölner Phillip Jondo und dem Schotten Simon Weins und wer das aber nun wieder genau ist, weiß auch niemand so recht. Es soll vielleicht egal sein, ganz bestimmt sogar. Denn bei Garland geht es wohl weniger um den interpersonellen als vielmehr den interkontinentalen oder zumindest stilistischen Austausch. Schon auf der ersten LP des Projekts für Lullabies For Insomniacs schickte es Dub, Industrial, Drone und niederschwellige Rhythmen zusammen in die Echobox und das Ergebnis klang angenehm eigen, verzichtete sogar weitgehend auf die exotistische Beigaben, auf die ähnlich gelagerte Experimente so gerne zurückgreifen. »#2« nimmt den Faden auf, dreht die Farbwerte aber etwas runter. Weniger Rhythmus, mehr Fläche und die eher in Grautönen gehalten. Der Sound ist deshalb nicht mehr ganz so einladend, sondern manchmal düster und dumpf im Ton. »Gar.Ske« beispielsweise ruft als deutlichste Referenz die staubigen Grooves eines Tolouse Low Trax auf, »Eps.Ans« klingt wie ein dramatisches Ambient-Interlude, das auf einem Techno-Album zwei Banger zusammenhält und »Fa.De« nach einer Jungle- und Trance-Abstraktion, die das letzte Mal im Jahr 1996 mit Serotonin in Berührung gekommen ist. Das alles trägt freilich dazu bei, dass sich »#2« umso mehr wie aus einem Guss angefertigt präsentiert. Das Mit- und Gegeneinander verschiedener Stilistiken, das Jondo und Weins mit viel Dub-Einsatz auflösen, es nähert sich auf »#2« seiner endgültigen Synthese an.

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Garland
#2
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