Bill Ryder-Jones

Yawn

Domino • 2018

Wenn der einstige The-Coral-Gitarrist Bill Ryder-Jones mit seinem letzten Album »West Kirby County Primary« bei sich und seinem Sound angekommen zu sein schien, so richtet er sich auf seinem vierten Album nun darin ein und macht es sich muckelig. Beinahe nahtlos knüpft Bill Ryder-Jones an die heimelige Atmosphäre an und haucht, getragen von Gitarren, so persönliche wie universelle Texte über verlorene Liebe, eingeschlafene Freundschaften, plötzliche Gefühlsschübe oder die Beziehung zur Mutter ins Mikro. Oft klingt seine sanfte Stimme dabei so nah, als würde er neben dir auf der Couch sitzen und nur dir allein seine Gedanken zuflüstern. Deren melancholische, aber zugleich optimistische Ausrichtung legt er mit der schönen Zeile »there’s a fortune to be had / from telling people you’re sad« gleich im Opener offen. Den zehn neuen Songs gibt Bill Ryder-Jones nun deutlich mehr Raum und Zeit – für Kontemplation oder Steigerungen, zum Errichten von Walls of Sound und sogar für ein paar krachige Solos. Abgesehen von den Cellos hat er im heimischen Studio auch noch alle Instrumente selbst eingespielt, was die Einfühlsamkeit vielleicht noch einen Ticken steigert. Entgegen dem Titel ist »Yawn« auch in den getragenen, ruhigen Momenten keineswegs zum Gähnen, denn seine Intimität bleibt immer glaubwürdig. Solche zarten, aufrichtigen Töne aus der nordenglischen Einöde lädt man sich dann gerne aufs heimische Sofa.

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Bill Ryder-Jones
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