Ausklang | New Music Friday – Neue Musik von Lotic, Jlin et al.

Woche für Woche picken wir Tracks, die uns in den vorausgegangenen sieben Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollten, deren Release auf den heutigen Tag fällt oder einem anderen Pseudogrund unterliegen.
»Carried« by Lotic
taken from his new mixtape »Agitations«, out November 13th on Janus

Ralf, der Elefant mit nervösen Angstzuständen, hat die falschen Pillen genommen. Jetzt tripped er aber mal ordentlich. Sein Elefantenhirn rast full speed durch einen Cyberspace und weil Ralf selbst auf dem Höllentrip jetzt immer noch so ein wenig selbstunsicher ist, reißt er sämtliche Kabel aus den Steckdosen in dem ersponnenen, sich super schnell bewegenden Raum, raus, und es britzelt und fiept und Ralf füllt sich in dem funktionierenden Teil seines Bewusstseins in seiner Selbstunsicherheit bestätigt und aus der Mischung zwischen Selbstunsicherheit und Trip entsteht eine Höllenkombination, die Ralf schier gar wahnsinnig macht. PK
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»Nandi« by Jlin
Auch bei Jlin droht am Anfang alles erstmal in einem nervösen Chaos zu enden. Dann allerdings kommt ein zugedröhnter Rasta mit Tempo Minus 30 den Schotterweg runtergefahren und Jlin lässt die Congas hallen, da weiß man nicht mehr, in welchem Tempo man unterwegs ist. Vielleicht hört sich so Mediation an, wenn man im Lotussitz in Lichtgeschwindigkeit an trippenden Elefanten vorbeigeschossen wird. PK
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»You Look Like A Sad Painting On Both Sides Of The Sky« by Money
taken from their new album »Suicide Songs«, out November 29th on Bella Union

Der Song erschien vor etwas mehr als einer Woche. Die Gefühle, die er in mir auslöst, sind aber jedes Mal frisch wie der erste Schnee auf dem Haupt eines traurigen kleinen Jungen, dessen heimliche Liebe in den Sommerferien in eine andere Stadt gezogen ist. PK
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»East« by Buttechno
taken from Buttechno’s new EP »Sport«, out now
find it at hhv.de on 12inch

Neuer Eintrag in der Liste von Menschen, deren Geilheit ich wegen der Lächerlichkeit ihres Namens unterschätzt habe: Buttechno. BUTTECHNO. Abertechno in höflich interpretiert, Arschtechno in dümmlich. Aber, aber indeed, das tritt keine Ärsche sondern streichelt sie lieber sanft mit den dornigen Daunenfeder des Zweifels: Wo war der Typ, als diese The Death Of Rave-Geschichte zu den Akten gelegt wurde? Wahrscheinlich far, far out, oder mittendrin in der eigenen Pofalte künstlerischer Eigenbrötelei. KC
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»Call Me« by thechipmunkson16sp
Zu schnell für Earth, zu langsam für Black Sabbath und von der Stimme her die Drittbesetzung irgendeines Lynch-Charakters, tatsächlich aber die Chipmunks auf 16rpm mit ihrem Cover von Blondies »Call Me«. Kann sich niemand ausdenken, hat deshalb also einfach jemand gemacht, in diesem Fall von irgendeiner dieser hippen Bands, die sich vor 8 Jahren alle das Wort »Holy« in den Namen stempelten und mittlerweile so weit out of the game sind, dass sie selbst einen Medien-Meta-Nerd wie Philip Jeck schon wieder das Wasser reichen könnten. KC
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»Closing Sequence« by Bicep
taken from Benjamin Damage & Doc Daneeka / Bicep’s new split EP »Kansas / Closing Sequence«, out now on 50Weapons
find it at hhv.de on 12

Die Muskelbrudis von Bicep sind die letzten Heroen der shamelessness. House in traurig, House in trancig, House als Eurodance-Edit: 2015 mit denen unter dem Bizepsbanner alles drin gewesen. »Closing Sequence« kommt auch mit Schmelzchords und Schmalzpatina, eine Ganzkörpereinölung für das Serotonin-Low hinter der Bühne des Bodybuilder-Contests, bei dem alle als Verlierer rausgehen. Ruckelbumsbeats unter dem Sternzeichen Drexciyanischer Tightness für Momente der Innerlichkeit. Kriegen auch nur die hin. KC
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»Jelly (End Of The Night Mix)« by Cass.
Muss auch noch nicht rein, weil er so ist, wie ich mein Leben manchmal gerne hätte. KC
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